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Netzmodellierung

Sowohl bei der rechnerunterstützten Erfassung bereits installierter Netze als auch bei deren Planung oder Erweiterung können Sie sich der reichhaltigen Funktionalität von InfoCABLE zur Modellierung von Kommunikationsnetzen bedienen. Bei InfoCABLE erfolgen die entsprechenden Arbeiten interaktiv über die grafische Benutzeroberfläche. Dazu gehören das Zeichnen von Trassensystemen, das Verlegen von Kabeln, das Plazieren und Konfigurieren von Netzobjekten sowie das Hinzufügen von Einbaukomponenten. Dabei wird immer auf Komponenten aus dem Typenkatalog zurückgegriffen, d.h. jede Netzkomponente, die verbaut werden soll, muß im Katalog angelegt sein. In dieser Phase des Plazierens im Netz kann den Komponenten ein Hersteller und Lieferant zugeordnet werden. Diese wählen Sie aus einer Liste aus, die auch den Katalogdaten zugeordnet ist. Zu den einzelnen Lieferanten können im Katalog Preise eingepflegt werden, die eine Grobkalkulation für verschiedene Planungsvarianten erlauben.

Bei der Netzaufnahme können Sie zweidimensional arbeiten oder auch in der 3D-Ansicht Ihres Gebäudes, z.B. um Steigtrassen über mehrere Etagen zeichnen zu können. Trassen werden abschnittsweise verlegt. Fangfunktionen für die freie Fläche, das Ende einer Trasse bzw. die Trasse selbst sichern ein exaktes Anschließen an bereits vorhandene Trassenabschnitte. Beim Verlegen von Trassen ist auch eine Konstruktion parallel zu den Koordinatenachsen möglich. Für das Verlegen der Kabel können Sie zwischen manuellem und automatischem Verlegen wählen. Beim manuellen Verlegen werden die Trassenabschnitte angewählt, durch die das Kabel laufen soll. Der automatische Routingalgorithmus sucht im Trassennetz einen optimalen Weg. Als Kriterien stehen Kabellänge und Trassenauslastung in verschiedenen Wichtungen zur Auswahl.

Wollen Sie Trassenhierarchien definieren, markieren Sie im visualisierten Netzplan Start- und Endknoten sowie beliebig viele Zwischenknoten für die Trassenabschnitte, in denen Sie Hierarchien anlegen wollen. InfoCABLE zeigt den ermittelten optimalen Weg an. Zur Bearbeitung der internen Struktur der hierarchischen Trasse stehen verschiedene Funktionen zur Verfügung. Sie können für ausgewählte Trassen mit Hilfe der Einstellungen Untertrassen definieren, Typ- und Instanzbeschreibungen für bestehende Untertrassen ändern und ergänzen. Kabel können beliebig zwischen Trassenzügen umgeschwenkt werden und sogar nachträglich hinzugefügten Untertrassen zugeordnet werden. Bei Änderung des Kabelverlaufs prüft InfoCABLE, ob die vorhandene Kabellänge einschließlich der Kabelreserve für den neuen Verlauf ausreicht. Ist das Kabel zu kurz, kann der Nutzer entscheiden, ob die aktuelle Kabellänge angepaßt oder die Änderung verworfen werden soll. Bei Anpassung lassen sich prozentuale und absolute Zuschläge individuell festlegen.
Selbstverständlich können Sie die bewährte Autorouting-Funktion zum automatischen Verlegen von Kabeln im Trassensystem auch bei hierarchischen Trassen nutzen.

Die Trassenauslastung wird immer mit überwacht, um Überbelegungen zu verhindern. Außerdem erhalten Sie beim Verlegen von Kabeln eine Information über die Länge des Kabels. In die Längenberechnung gehen die Trassenlänge, ein prozentualer Faktor für die Abbildung der tatsächlichen Lage der Kabel im Trassensystem und ein absoluter Aufschlag als Kabelreserve ein. Faktor und Aufschlag können vom Planer individuell festgelegt werden. Kabelreserven verwaltet InfoCABLE mit der genauen Dimension nach örtlicher Lage. Ihr Standort wird durch ein Symbol gekennzeichnet. Die Kabelreserve kann frei plaziert und bei Erfordernis auch aufgeteilt werden.
Das automatische Verlegen kann auch über vom Nutzer festgelegte Zwischenpunkte, wie z.B. Steigepunkte oder Netzwerkschränke erfolgen. Das Netz läßt sich übrigens auf die Aufgabenstellung bezogen visualisieren. So können Sie etwa Highlighting nach Status, Porttyp oder auch Portbelegung vornehmen.

In der Praxis wird ein Kabel selten einzeln über eine Trasse geführt. Trassen, wie Kanäle, Rohre oder Schächte, enthalten meist eine Vielzahl unterschiedlicher Kabel, häufig sogar Starkstromkabel und Informationskabel gleichzeitig. Befinden sich die Kabel innerhalb der Trasse in physisch getrennten Unterstrukturen, spricht man von Trassen mit hierarchischer Struktur. Für Kabel in hierarchischen Trassen wird zunächst nur der prinzipielle Kabelverlauf dokumentiert. Zur genaueren Ortsbestimmung der Kabel können Sie die Trassen hierarchisch strukturieren und die Kabel dann den Unterstrukturen zuordnen.
InfoCABLE erlaubt Ihnen,

Den Untertrassen können frei definierbare Nutzungsarten zugeordnet werden, z.B.:

Nach dem Verlegen folgt das Einrichten der Kabel. Für die Leitungsdefinition werden aus dem Katalog vordefinierte Leitungstypen zur Auswahl angeboten. Beim Verschalten werden die im Trassensystem verlegten Kabel auf beiden Seiten auf die Ports der Verteilerschränke und Dosen aufgelegt. Die Portreihenfolge beim Beschalten können Sie frei definieren. Für den Fall der Sternverkabelung bietet InfoCABLE eine Komplexfunktion, die das Verlegen und Einrichten aller Kabel zwischen einem Schrank und einer Vielzahl von Dosen realisiert.
Etwas anders läuft das Anschließen von Endgeräten. Hier ist es nicht erforderlich, die dazu benötigten Anschlußkabel vorzuverlegen. Diese werden beim Verschaltungsprozeß verlegt. Es wird aber auch hier davon ausgegangen, daß die Endgeräte bereits auf dem Netzplan angeordnet worden sind.
Selbstverständlich läßt sich das Netzmodell jederzeit auch wieder ändern. Dazu gehört sowohl das Verschieben und Kopieren als auch das Löschen von Netzkomponenten und ihrer Verschaltungen.
Sie können komplette Netze von einer Etage in eine andere kopieren. Diese Funktion bringt Ihnen eine enorme Zeiteinsparung bei der Erfassung großer Netze über mehrere Etagen. Selbst wenn das Layout nicht überall identisch ist, kann häufig durch wenige Änderungen an den Kopien schnell ein ganzes Gebäude erfaßt werden. In der Planungsphase können viele Festlegungen noch nicht endgültig getroffen werden. InfoCABLE unterstützt Sie bei der nachträglichen Änderung von Gerätenamen und erlaubt auch hier die Nutzung von Benennungsalgorithmen. Ebenso können bestimmte Komponenten global durch andere, gleichartige ersetzt werden.
Im allgemeinen soll eine Netzkomponente nur in einem Plan dargestellt werden. Anders ist es bei einem Netzwerkschrank, der den Anschluß der Inhouse-Verkabelung an ein Campusnetz realisiert. Der Gebäudeverteiler soll sowohl auf dem Netzplan für die Primärverkabelung des Geländes als auch auf dem für die Sekundärverkabelung im Gebäude zu sehen sein. Auch dieser Fall kann in InfoCABLE abgebildet werden.